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  Caritas-Konferenzen organisieren die ehrenamtliche Sozialarbeit vor Ort
Es sind kleine Notizen mit großer Wirkung. Elke Sudahl hat die Mine ihres Kugelschreibers entschlossen hervorgedrückt und sucht nach einer freien Stelle in ihrem Terminkalender. Auf irgendeinem Tagesblatt quetscht sie schließlich mit gedrungener Schrift einen Eintrag in eine kleine weiße Lücke. Dann blättert sie um und sucht nach einer weiteren weißen Lücke. Es ist Caritas-Konferenz.
So wie Elke Sudahl engagieren sich Menschen in vielen Städten und Gemeinden von Nordrhein-Westfalen freiwillig und unbezahlt in einem sozialen Ehrenamt - nach wie vor häufig in verbandlich organisierter Form. Allein im Erzbistum Paderborn beispielsweise haben sich rund 20000 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den rund 800 Caritas-Konferenzen zusammengeschlossen. Ohne sie wären viele caritative und meist schon als selbstverständlich angesehene Dienste undenkbar. Doch Hilfe braucht auch immer Planung.
"Wir haben mehr Aufgaben, als ein einzelner Kalender aufnehmen kann", sagt Elke Sudahl. Einen kurzen Augenblick schaut sie regungslos auf ihre mikroskopisch kleine Schrift, blättert dann aber doch um und sucht weiter nach einem freien Platz für irgendeinen Termin.
Wie jeden Monat um diese Zeit sitzt die ehrenamtliche Helferin zusammen mit ihren Kolleginnen aus der Gemeinde St. Jakobus in Rietberg-Mastholte im St.-Vinzenz-Haus, der örtlichen Alten- und Begegnungsstätte, und gemeinsam organisieren sie die anstehende Arbeit der kommenden Wochen.
Die ehrenamtlichen Helferinnen in Mastholte wollen etwas bewirken. Jede der Frauen hat vor sich auf dem langgezogenen Tisch einen Terminkalender aufgeschlagen. Einige haben zudem übersichtliche Jahresplaner und Aufgabenlisten auf der blauweiß karierten Tischdecke ausgebreitet. Die Wasserflaschen, die Kerzen mit Kreuzornament und die Veilchen haben dazwischen kaum noch Platz. Es geht aber auch nicht um ein gemütliches Kaffeekränzchen. Das ist den Besuchern des St.-Vinzenz-Hauses vorbehalten.
Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen in Mastholte "managen" die Caritas in ihrer Gemeinde. Heute müssen sie Krankenhausbesuche organisieren, ebenso die Hilfe für Suchtkranke, die Entrümpelung der Kleiderkammer. Und wer schreibt die Karten für die Kranken, wer hat Geburtstag oder goldene Hochzeit? Zudem steht die Sommersammlung in der Gemeinde sowie die Sammlung für die Müttergenesung an. Alles will geregelt werden.
Ursprung: Elisabeth-Vereine
Ihren Ursprung haben die Caritas-Konferenzen in Deutschland im 19. Jahrhundert. Angeregt durch die französische Tradition der vinzentinischen Laienarbeit, gründeten 1840 in Trier einige Frauen einen Elisabeth-Verein. Ziel dieser Frauen und der fortan regelmäßig stattfindenden Konferenz war es, für hilfsbedürftige Menschen nicht nur eine Anlaufstelle zu sein, sondern ihnen dort zu begegnen, wo sie zu Hause sind. Nachdem sich die Elisabeth-Konferenzen 1931 in Deutschland zusammengeschlossen hatten, wurde die Gemeinschaft 40 Jahre später in "Caritas-Konferenzen Deutschlands" umbenannt. Geblieben ist der Leitgedanke sowie der Name "Konferenz" als Ausdruck für die Gemeinsamkeit beim Helfen und den Zusammenschluss der Kräfte.
In Mastholte, einer Streugemeinde mit 6500 Einwohnern, decken die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen der Caritas nahezu den gesamten Bereich der Sozialarbeit ab. Regelmäßig helfen sie sozial schwachen Familien mit Sachdienstleistungen. Ebenso werden Kinder unterstützt, die sich in der Schule keinen Kakao leisten können. Das Geld dafür kommt dann aus der Kasse der Caritas. Die älteren Menschen der Gemeinde bekommen gegen einen kleinen Obolus ihr Essen auf Rädern. Besuche von kranken Menschen, Eltern mit Neugeborenen, eine eigene Kleiderkammer sowie der Treff von diversen Gruppen im St.-Vinzenz-Haus sind für die Caritasfrauen ebenfalls Alltag. Bei allen Hilfsleistungen gilt allerdings ein Prinzip: Niemals wird direkt Geld gegeben.
Not sehen und helfen
Der Leitgedanke der Konferenzen ist über die Jahre derselbe geblieben. Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer wollen die Augen offen halten und die Not anderer Menschen entdecken. Sie wollen helfen und andere Menschen zur Hilfe bewegen. Die Hilfe selbst nimmt dabei die unterschiedlichsten Formen an. So werden etwa alte, kranke und sterbende Menschen auf ihrem Lebensweg begleitet, junge Familien, Eltern mit Neugeborenen und Senioren besucht, Aussiedler und Asylanten betreut sowie Selbsthilfegruppen für Arbeitslose oder Beratungen für verschuldete Menschen angeboten. Im St.-Vinzenz-Haus in Mastholte sind die ehrenamtlich tätigen Helferinnen gerade konzentriert bei der Arbeit. Jesus, seine Mutter Maria und der heilige Vinzenz schweigen. Sie stehen als Statuen in den Ecken des großen Aufenthaltsraumes und wissen um die Leistung der Frauen. Die werfen sich mündlich Aufgaben zu, suchen nach Terminen und nennen Namen von anderen ehrenamtlichen Helferinnen. Alles nimmt seinen professionellen Gang und geht dem Ende der Konferenz entgegen. Doch plötzlich wird die Routine von Karin Lange, der Leiterin des St.-Vinzenz-Hauses, unterbrochen: "Oh Gott, ich weiß, warum wir nach Ostern einige Usambaraveilchen übrig hatten. Eine unserer Helferinnen war krank." Die anderen Frauen hören schlagartig auf, in ihren Terminkalendern zu blättern, und blicken zu ihr auf. Allen wird klar, was dies bedeutet. Einige kranke Menschen der Gemeinde wurden zu Ostern und gerade zu Ostern (!) nicht besucht. Schlimmeres hätte nach Ansicht der Helferinnen nicht passieren können. Aufregung. Namen von nicht besuchten Personen werden genannt. Wildes Durcheinandergerede. Elfriede Sudahl durchbricht schließlich das Tohuwabohu: "Keiner ist unfehlbar. Nur wer die Hände in den Schoß legt, kann keine Fehler machen." Sie schlägt vor, die Menschen, die zu Ostern nicht besucht wurden, noch in dieser Woche aufzusuchen. Einstimmiges Gemurmel. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen zücken ein letztes Mal an diesem Tag ihre Kugelschreiber hervor und suchen abermals nach einer freien weißen Lücke in ihren Terminkalendern. Mit gedrungener Schrift tragen sie die Namen der Personen ein. Erst dann schlagen sie ihre Kalender zu. Planung ist vorbei. Arbeit beginnt. .
Weitere Informationen: www.ckd.caritas.de

| Caritas-Konferenzen Deutschlands (CKD) |
 Die Caritas-Konferenzen Deutschlands (CKD) verstehen sich als Verband freiwillig sozial engagierter, ehrenamtlich tätiger Frauen und Männer. Zurzeit sind in den Caritas-Konferenzen Deutschlands über 80000 Mitglieder (bis zu 95% Frauen) in Pfarrgemeinden und Einrichtungen ehrenamtlich tätig. Die CKD sind regional unterschiedlich stark verbreitet. In elf Diözesen gibt es Diözesanverbände (in NRW: Aachen Essen, Münster und Paderborn), zum Teil mit einer ausgebauten Dekanats-/Regionalebene und durchstrukturiert bis auf die Ortsebene. In anderen Diözesen (in NRW z.B. Köln) sind Ehrenamtliche in diözesanen Arbeitsgemeinschaften zusammengeschlossen. Eine durchgehende verbandliche Organisation ist dort nicht überall gegeben. Außerdem gibt es Diözesen, in denen nur vor Ort Helfergruppen bestehen, die weitgehend ohne den Rückhalt eines Diözesan- oder Dekanatsverbandes arbeiten. Die örtlichen Gruppen haben aufgrund der jeweiligen Tradition sehr vielfältige Bezeichnungen. Die Arbeitsgemeinschaft Katholische Krankenhaus-Hilfe ist als Ganzes ein korporatives Mitglied der CKD e.V. Sie begleitet, unterstützt und koordiniert bundesweit die Tätigkeit der Krankenhaus-Hilfe-Gruppen, der "Grünen Damen/Herren".

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 win-win für Alle!
Auftaktveranstaltung am 8. Dezember 2010
win-win für Alle! ist ein ESF-Projekt (ESF=Europäischer Sozialfonds) der fünf Diözesancaritasverbände in NRW. Ziel des Projektes ist es, das Ehrenamts- management und das neue Berufsprofil der Ehrenamts koordinatorin/des Ehrenamtskoordinators in den Blick zu nehmen, weiter zu entwickeln und in den Diensten und Einrichtungen der Caritas in NRW zu etablieren.
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Das europäische Jahr der Freiwilligen zur aktiven Bürgerschaft 2011 steht unter dem Slogan: "Freiwillig. Etwas bewegen! " Neben regionalen und nationalen Großveranstaltungen wird es voraussichtlich viele individuelle Veranstaltungen und Aktivitäten geben, die das Thema und das Ziel einer aktiven Bürgergesellschaft aufgreifen.
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 Caritas in NRW
Die Zeitschrift der Caritas zu sozialpolitischen Themen in NRW.
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